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Flugrecht

Der Sitz der Airline zählt!

Von 10. Juli 2013August 23rd, 2016Keine Kommentare

Ein neuer Beitrag des BizTravel-Magazins aus der Sie Serie Passagierrechte; Leser Fragen und Experten unserer Kanzlei antworten ist erschienen:

Landet ein Flugzeug mit mehr als dreistündiger Verspätung am Ziel, oder wird der Flug gleich ganz gestrichen, dann muss die Fluggesellschaft sogenannte Ausgleichszahlungen/Entschädigungen an ihre Passagiere leisten. Das zumindest gilt für die Europäische Union. Doch wie verhält es sich bei außereuropäischen Flügen?

Frage: Warum steht mir bei einem Flug von Chicago nach Düsseldorf mit Lufthansa ein Ausgleich zu und bei dem gleichen Flug mit American Airlines nicht?

Dr. Alexander Skribe: Das Recht auf Ausgleichszahlungen von Fluggästen regelt die seit dem Jahr 2004 geltende EU-Verordnung (EU-VO 261/2004). Die Verordnung gilt für alle Fluggäste, die ihren Flug von einem Flughafen der Europäischen Union aus antreten oder aus einem Drittland mit einer in der EU ansässigen Fluglinie in die EU einfliegen.

Sie gilt allerdings nicht für Flüge von einem Drittland in die EU beispielsweise mit Airlines, die ihren Sitz außerhalb der EU haben. Der oben genannte Flug mit Lufthansa erfüllt die Voraussetzungen, sodass Sie anspruchsberechtigt sind. Da das Unternehmen American Airlines ihren Hauptsitz nicht innerhalb der EU hat, können Sie bei einem Flug mit dieser Airline von Chicago nach Düsseldorf leider keine Ausgleichszahlungen geltend machen.

Davon abgesehen ist es für die Verordnung nicht relevant, ob es sich um einen Linien-, Charterflug oder einen Flug im Rahmen einer Pauschalreise handelt. Auch die Buchungsklasse hat keinen Einfluss auf den Ausgleichsanspruch.

Dr. Alexander Skribe, Rechtsanwalt für Flugrecht.

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Dr. Alexander Skribe
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